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Colettes Bericht Residenz Berlin Mai 11

Colette Dupont erneut im Kerker in Berlin

Als mir unvermutet ein Strafbefehl von Carla Monta ins Haus flatterte, erschrak ich und wunderte mich über die angebliche Tat. Ich überlegte, aber mir fiel nichts dazu ein. Es ist wohl wieder mal eine an den Haaren herbeigezogene Anschuldigung, um mich in den Kerker zu stecken. Was sollte ich nur tun? Irgendwie hilft mir meine lesbische Ader, um mich zunächst in Gedanken an Sharka zu klammern. Sie ist es, die mich im Auftrag von Carla Monta zu bestrafen hat.
Ich ergebe mich dem Schicksal und fahre wie befohlen nach Berlin, um in den Kerker der Residenz eingesperrt zu werden. Mit einem Koffer voller schöner Kleidung reise ich erstaunlich ruhig und entspannt in die Bundeshauptstadt. Dort angekommen machte ich einen schönen Stadtbummel und erst danach und etwas nervös suchte ich den Treffpunkt aus. Es dauerte nicht lange, da hielt ein Wagen mit getönten Scheiben und ehe ich richtig begriff, klickten schon die Handschellen und ich wurde in den Wagen gezerrt. Vor dem Tor „ins Verderben“ blieb der Van stehen und die mitfahrenden Abhängigen mussten das Gepäck ausladen und dann erst durfte ich aussteigen und wurde ich ins Haus geführt und schließlich zur originalen Colette verwandelt. Ich sah einfach toll aus, aber nur kurz durfte ich vor dem Spiegel kokettieren, dann wurde ich an Händen und Füßen gefesselt und nach unten in den Kerker geführt. Schaudernd erkannte ich die gleiche Zelle, in der ich schon einmal war. Ich musste mich auf einen Stuhl setzen, dann bekam ich noch eine Kette von der Wand zu den Fußschellen angelegt. Damit hatte ich nicht mehr als zwei Meter Bewegungsspielraum. Ich war wieder zur Strafgefangenen geworden und das mit der Drohung eines besonders strengen Strafvollzugs. Sharka verließ die Zelle, sperrte geräuschvoll ab und löschte zudem das Licht. „Dunkelhaft für die Kleine“, waren ihre letzten Worte als sie anschließend nach oben ging und Colette ihrem Schicksal überließ.
In den ersten Minuten der Gefangenschaft hieß es nun Ruhe bewahren und sich dem Schicksal ergeben. Ich dachte an ein strenges Frauenkloster, wo es den Nonnen verboten ist das Haus jemals zu verlassen. Bei winzigen Verfehlungen, oder besser Sünden gesagt, gibt es eine Bestrafung. So fühlte ich mich zu Beginn meiner neuen Zeit im Kerker. Tatsächlich gibt es solche Klöster, denn vor kurzem sah ich einen Fernsehbericht über St. Maria in Müstair in der Schweiz, eben mit diesem Teil, genannt Kontemplation.
Es näherten sich Schritte, unüberhörbar die High Heels meiner Bewacherin oder präziser gesagt der Frau Direktor. Das Licht ging an, die Zellentür wurde aufgesperrt und dann stand sie da, lächelnd die von Carla Monta übersandten „Gemeinheiten“: eine Handschelle, die der Gefangenen die Hände eng aneinander umschließt und keinerlei Bewegungsfreiheit erlaubt, dann ein Kopfgeschirr als Kombination von Knebel und Augenbinde. Mit diesen beiden „Dingern“ musste ich Bekanntschaft machen. Ich sah absolut nichts mehr und merkte nicht mal das Blitzlicht für die Dokumentation der Anwendung. Wie lange ich so gefesselt war ist ganz einfach nicht zu erraten. Ich hörte nur das geräuschvolle abschließen der Zelle und es war egal ob das Licht erlosch, ich sah sowieso absolut nichts.
Als es wieder mal hell für mich wurde, verkündete Sharka, dass ich in den Verhörraum gebracht werde und dann werde ich mit den Vergehen die mir Carla Monta anlastete konfrontiert. Angeblich hätte ich eine Sandra Peters belästigt und ihr an den Busen gefasst. Kurzum, mit auf den Rücken gefesselten Händen wurde ich verhört und sollte die Tat gestehen. Ich weigerte mich etwas zu gestehen und so wurde ich in die Zelle zurückgebracht und Direktorin Sharka verkündete, dass ich 90 Peitschenhiebe erhalten werde. Diese sollten in Etappen verabreicht werden und es sollten die ersten 30 an die Reihe kommen. Sie verwendete die Neunschwänzige und wechselte zwischen Hintern und Rücken ab. Vorher wurde ich mit ausgebreiteten Armen an die Decke gefesselt. Nach einer Pause ging es weiter. Nachdem ich die Strafe geknebelt bekam, konnte ich auch keine Laute von mir geben. Die restlichen 30 wurden nicht vergessen.
Aber es kam noch schlimmer, denn nach einiger Zeit kam Sharka auf die Idee, dass die Strafe viel zu harmlos verabreicht wurde und ich deshalb in einem Satz noch mal 90 bekomme! So geschah es auch, ich musste auch diese Hiebe mit der Neun- und auch einer mehrschwänzigen Peitsche aushalten.
Die Stunden vergingen, die Abwechslung geschah in Form von Veränderungen der Fesseln, aber das war schon alles. Knieend musste ich das Abendessen einnehmen, das ergab eine Laufmasche im Strumpf. Irgendwann hieß es dann, Vorbereitung zur Nachtruhe. Nachdem man mir die Uhr abgenommen hatte, war der Zeitbegriff nicht mehr einschätzbar, draußen war es auf jeden Fall stockfinster, also mehr als 22.00 Uhr. Nach dem Gang zur Toilette musste ich mich auf die Pritsche zur Ruhe legen, die Hände blieben gefesselt und so hatte ich zu schlafen.

Ich merkte erst wie müde ich war und so schlief ich tatsächlich sehr schnell ein. Am nächsten Morgen weckte mich Leona und holte mich zur Morgenwäsche ab. Um Fluchtgedanken zu unterdrücken wurde ich im Bad eingesperrt und erst danach mit frischem Make-up und Sommerkleidchen, aber mit Fußfesseln ins Freie gebracht. Ich genoss den herrlichen Sommertag mit strahlend blauem Himmel. Aber lange durfte ich nicht auf Hofgang sein und ich musste wieder hinab in die Kerkerzelle. Es wurde mir wieder eine andere Kopfmaske angelegt, sie war als Latex und nahm mir jegliche Sicht. Auch der Mund war verschlossen, allerdings ohne Knebel. Dann schleppte Sharka eine gut 20kg schwere Kugel in die Zelle und kettete mir diese ans Bein. So wird es wohl im Mittelalter gewesen sein, ging mir durch den Kopf. Irgendwann musste ich wieder in den Verhörraum und Sharka stellte quälende Fragen. Mir war alles ziemlich gleichgültig, denn wer bereits lebenslänglich bekommen hat, hat ja nichts mehr zu verlieren. Trotzdem ging es wieder los mit der Befragung zur Belästigung von Sandra Peters. Ich hatte ja genügend Zeit, um nachzudenken, was dieser schlimmen Carla Monta da eingefallen sein könnte. Ich war ja im letzten Jahr überhaupt nicht einmal in der Nähe dieser Frau. Also könnte das viel früher gewesen sein und da ist mir eingefallen, dass es mal in einem Gespräch um BH’s gegangen ist und ich meine Vorliebe für Longline BH’s kund tat. Auf die Frage von S. Peters, welche Körbchengröße sie habe, fasste ich Maß und stellte D fest. Das war alles, aber in der Deutung von Carla Monta eine zu verfolgende Tat. Dafür hätte ich meine erneute Inhaftierung verdient. Ich fand mich damit ab und entschwand in Gedanken weit weg, in die Welt der Frauen, in die Welt der Mode und in Colette als lebenslängliche. Werde ich wieder eine Bewährung bekommen?

 

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